Werkeinführungen



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Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker stellen hier Konzerteinführungen aus ihren Programmheften zur Verfügung.
Wer sich mit eigenen Beiträgen beteiligen möchte ist gebeten, diese per Mail an den Verband zu schicken.
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Kirchenmusik |
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Carl Heinrich Graun: Der Tod Jesu
Grauns Werk war in der Zeit nach Bachs Tod über lange Jahre aus der kirchenmusikalischen Praxis in der Passionszeit nicht mehr wegzudenken war. Mit seinem Werk löste Graun im Jahr 1755 die Tradition der barocken Passionsoratorien ab, die dem damaligen Zeitgeschmack in verschiedenen Punkten entgegen kam. Zum einen hielt in der Dichtung von Karl Wilhelm Ramler die Theologie der Aufklärungsepoche Einzug. Im Mittelpunkt steht der tugendhafte Mensch Jesus, durch dessen Empfindungen der Liebe, des Mitleids und des Schmerzes die Seelen der Zuhörer gerührt werden sollen. Die Textvorlage enthält keine Bibelzitate, sondern begleitet das Passionsgeschehen, das man als bekannt voraussetzt, kommentierend und beschreibend. Es enthält Elemente aus allen vier Evangelien. Das Passionsgeschehen soll damit von den Zuhörern nacherlebt werden. Manche Formulierungen und Gedanken sind uns heute fremd und ungewohnt.
Ganz anders ist dies bei der Musik.
Graun, geboren 1703 und damit ungefähr so alt, wie Johann Sebastian Bachs älteste Söhne, war Hofkapellmeister Friedrich des Großen in Berlin und komponiert ganz im sogenannten empfindsamen Stil, der Trauer, Schmerz, Jubel und Freude subjektiv ausdrückt. Dieser Stil wurde z.B. auch von den Bach-Söhnen gepflegt. Die Arien sind zum Teil sehr virtuos und betrachten das Geschehen in großer Gesamtsicht und weniger auf das jeweilige Ereignis bezogen. Die Chöre finden wir sowohl im alten Fugenstil komponiert, als auch in frei gestalteter Form, vergleichbar in der Art eines Opernchores der damaligen Zeit. In das Werk eingestreut sind insgesamt sechs Choräle.
(B. Reich)
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