Werkeinführungen



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Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker stellen hier Konzerteinführungen aus ihren Programmheften zur Verfügung.
Wer sich mit eigenen Beiträgen beteiligen möchte ist gebeten, diese per Mail an den Verband zu schicken.
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Kirchenmusik |
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ZUR WEIHNACHTSHISTORIE VON HEINRICH SCHÜTZ: Die „Historia der freuden- und gnadenreichen Geburt Gottes und Marien Sohnes, Jesu Christi, unseres einigen Mittlers, Erlösers und Seligmachers“ wurde wohl zum ersten Mal am Weihnachtstag 1660 von der Hofkapelle des Sächsischen Kurfürsten Johann Georg II. in Dresden aufgeführt. Heinrich Schütz hatte dort bereits 1615 gearbeitet, hielt sich dann wenige Jahre am Hof in Kassel auf und wurde schließlich wieder in Dresden Kapellmeister, und dieses Amt hatte er bis zum Ende seines langen Lebens inne. Die Rezitative des Werks wurden 1664 gedruckt, das heißt, es fehlten die Einleitung, der Schluss und die ganzen ein- bis vierstimmigen Zwischengesänge. Die abwechslungsreiche Besetzung dieser Gesänge hätte vermutlich die personellen und instrumentalen Mittel der meisten Kirchen überstiegen. Glücklicherweise sind Abschriften der Zwischengesänge und des Schlussteils erhalten. Von der Einleitung existiert nur der Continuo-Part, Chor- und Instrumentalstimmen müssen rekonstruiert werden (die Wildbader Aufführung benutzt die Rekonstruktion von Paul Horn). Neu an Schütz’ Kompositionstechnik war insbesondere die flexible melodische, rhythmische und tonale Handhabung in den Rezitativen mit engem Textbezug (Lukas- und Matthäus-Evangelium).
Ein wesentliches Element der Weihnachts-Historie ist die farbige, geradezu symbolträchtige Instrumentierung: Für jede Szene wird ein anderes Ensemble vorgesehen. Der Engelsgesang wird von Geigen begleitet, Blockflöten kommen bei der Hirtenszene zum Einsatz, Posaunen (kirchliche Instrumente) stehen den Priestern und Schriftgelehrten zur Seite, und Herodes wird mit den königlichen Trompeten (Zinken) vorgestellt. Das Werk als Ganzes kombiniert die opulente Tradition höfischer Unterhaltung im Italien der Renaissance mit dem späteren dramatischen Rezitativ, und Schütz’ persönliche Diktion verleiht dem Werk eine spezifische andachtsvollen Eindringlichkeit. Das Stuttgarter Lukas-Barock-Ensemble ist auf historische Aufführungspraxis spezialisiert, und so erklingen bei der heutigen Aufführung durchweg historische Instrumente, die dem originalen Klangbild möglichst nahe kommen. In die Weihnachts-Historie werden an vier Stellen Choräle von Michael Praetorius eingeschoben, gedacht als „retardierendes Moment“ und als Möglichkeit zum Mitsingen für Sie, liebe Besucherinnen und Besucher, wovon Sie bitte regen Gebrauch machen wollen.
Martin Frieß, Bad Wildbad
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