Pauluskirche Ulm: Orgelkonzert mit Carson Cooman
09.06.2018, 19:00
Pauluskirche, Frauenstr. 110 89073 Ulm
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Carson Cooman (Cambridge, USA)

Carson Cooman spielt auf der Link-Gaida-Orgel Werke von Graf, Bédard, Willscher, Cooman, Aberg.

In der Südwestpresse Ulm erschien dazu am 7.6.2018 online folgendes Interview:

Der Organist Carson Cooman konzertiert in der Pauluskirche. „Aufnahmen sind wichtig für mich“, sagt er im Interview.

Carson Cooman ist einer der spannendsten und vielseitigsten Komponisten der USA, ganz sicher aber einer der produktivsten. Mehr als 1200 Werke hat der 1982 in New York geborene Künstler schon geschrieben, viele davon für die Orgel. Am Samstag ist Cooman als Organist in der Ulmer Pauluskirche zu erleben.
Herr Cooman, Sie stammen aus den USA. Was ist charakteristisch für die Musik Ihrer Heimat?

Carson Cooman: In US-amerikanischer Musik herrscht oft ein gewisser unbeschwerter Eklektizismus vor. Die Werke speisen sich aus der großen europäischen Traditionslinie, was ja auch gar nicht anders sein kann, haben dabei aber doch eine sehr eigene Tonsprache entwickelt. Auch mein eigener Sound – ich hoffe, den zu haben (lacht) – ist sicherlich von meiner Herkunft und Sozialisation in den Vereinigten Staaten geprägt
Was spielen Sie besonders gern?

Zu meinem Repertoire gehören seit einigen Jahren neben amerikanischer Musik auch deutsche und skandinavische Kompositionen. Ich war ja schon ein paar Mal in Deutschland und wenn ich hier bin, spiele ich dann nicht nur Werke aus meiner Heimat, sondern besonders gern Musik des Landes, in das ich reise. Ich genieße es, diese Musik aufzuführen und mit dem heimischen Publikum zu teilen.
Ihre Klangsprache ist zumeist tonal und verständlich konzipiert. Hat das einen bestimmten Grund?

Insbesondere für die Orgel und Sänger komponiere ich sehr viel tonale Musik, da diese Form dem entspricht, was Organisten und Chöre gerne machen und auch sehr gut beherrschen. Die meisten Organisten sind in der Kirche aktiv und traditionell eher konservativ ausgerichtet. Und da ich möchte, dass meine Musik oft aufgeführt wird, komponiere ich sie so, dass sie von den Interpreten auch gern gespielt wird.
Sie sind noch jung, haben aber schon mehr als tausend Werke komponiert. Was treibt Sie an?

Sehr motivierend sind für mich konkrete Wünsche, die die Auftraggeber äußern. Auch die Werke, mit denen ich mich gerade als Interpret beschäftige, inspirieren mich. Aber nicht in dem Sinn, dass ich ähnlich schreiben möchte, sondern weil sie mir neue Denk- und Erlebnisräume öffnen.
Welche Rolle spielt die Orgel in Ihrem Leben?

Die Orgel ist ganz und gar mein Instrument (lacht). Natürlich habe ich für fast jedes andere Instrument schon komponiert, aber die Orgel nimmt doch einen besonderen Platz in meinem Herzen und in meinem Schaffen ein. Auf der ganzen Welt bin ich mit Organisten befreundet, das ist einfach wunderbar.
Inwiefern unterscheiden sich die Orgeln in den USA und Europa voneinander?

Schon innerhalb der USA gibt es Unterschiede zwischen den Orgeln und dann zwischen Amerika und Europa noch einmal. Die Musik, die ich schreibe, ist aber nicht auf eine bestimmte Art von Orgel limitiert. Sie mag auf den diversen Orgeltypen sehr verschieden klingen, ist aber immer so konzipiert, dass man die Musik idealerweise auf jedem Instrument der Welt spielen kann.
Welche Werke werden Sie am Samstag in der Pauluskirche spielen?

Für mein Programm habe ich einen großen Radius an Musikstilen ausgewählt, damit es schön abwechslungsreich wird. So habe ich zum Beispiel ein tolles Stück dabei von dem Deutschen Wolfram Graf, das in der Pauluskirche aufgeführt wird. Und noch eine Weltpremiere wird zu hören sein – von dem Kanadier Denis Bédard. Dann spiele ich natürlich auch wieder ein Werk meines Freundes Andreas Willscher, außerdem die „Suite for Organ“ von Carol Williams, die „Symphony“ von Thomas Åberg und eine Eigenkomposition: die „Rhapsody in A“.
Auf Tonträgern sind Sie auch gut vertreten, sowohl als Komponist, als auch als Interpret?.?.?.

CD-Aufnahmen sind sehr wichtig für mich. Ich habe schon sehr viele Stücke aufgenommen und welche auf YouTube gestellt, da immer weniger Leute eine physische CD benötigen. Viele Stücke, die ich aufnehme, sind vorher noch nie eingespielt worden. Ich bin nicht der Typ, die hundertste Bach- oder Reger-CD vorzulegen, viel wichtiger ist mir, unbekanntes Repertoire oder noch wenig bekannte Komponisten zu promoten. Hier ist die CD ein guter Weg, um Gehör zu finden. In „normalen“ Konzertreihen haben solche Sachen ja zumeist keinen Platz – leider.

Info Am Samstag, 19 Uhr, spielt Carson Cooman in der Ulmer Pauluskirche Orgelwerke von Carol Williams, Wolfram Graf, Denis Bédard, Andreas Willscher, Thomas Åberg und sich selbst.

Burkhard Schäfer

Ansprechpartner:
Philip Hartmann - bezirkskantorat.ulm(at)elk-wue.de -
 
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Eintrittspreis:  8,00 EUR; ermäßigt: 6,00 EUR