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10.03.2020 14:25 Alter: 269 days

Neuer Vergütungsgruppenplan 10 Kirchenmusiker/innen

tritt zum 1.3.2020 in Kraft


Am 1. März 2020 trat der neue Vergütungsgruppenplan 10 Kirchenmusiker/innen in Kraft. Damit ist nun endlich, viele Jahre nach der Überleitung vom BAT in den TVöD, der gesamte Berufsstand adäquat an das neue Tarifsystem angeglichen. Seit die C-Prüfungen in vielen unterschiedlichen Teilbereichen abgeschlossen werden können, ergaben sich unschlüssige Sachverhalte, die die dringende Notwendigkeit einer Reform nachvollziehbar machen: Legte z. B. jemand eine C-Prüfung für Kinderchor ab, so ist nach der Prüfungsordnung nicht vorgesehen, dass man dafür Klavier spielen können muss, dies wird auch nicht abgeprüft. Als Beispiel ein karikierender, zumindest mir nicht bekannter Fall: Spielte eine C-geprüfte Kinderchorleiterin einstimmig die Melodie auf der Orgel im Gottesdienst, hatte sie Anspruch auf dieselbe C-Vergütung wie der geprüfte C-Organist. Derlei absurde Beispiele lassen sich natürlich auch mit Gitarristen, Posaunen- oder Popchorleitern usw. ausdenken und bedurften dringend einer Regelung. Um dies zukünftig nachvollziehbar und einer Vergütungsordnung gerecht werdend vor Augen zu haben, wurden die beiden angehängten Tabellen anhand der Prüfungsordnungen erstellt: Der verpflichtende Anteil in der Ausbildung und die Relevanz in der C-Prüfung waren die Kriterien, nach denen die Entgeltgruppen zugeordnet wurden. Die in der Richtsatztabelle (für Vertretungsdienste) abgedruckten Beträge sind die aus der Tariftabelle TVöD VKA heruntergerechnete Vergütung für die jeweilige Entgeltgruppe, Erfahrungsstufe 3, welche hier grundsätzlich angewendet wird. Sind Kirchenmusikerinnen oder Kirchenmusiker bei der Kirchengemeinde oder beim Kirchenbezirk angestellt, erhalten sie ein Informationsblatt des Arbeitgebers über Details der Überleitung, welche hier jetzt nicht näher erläutert werden [Anmerkung: Siehe dazu die angehängte Datei 20200301_VGP10_Auszug_ad_Anlage_1.2.2_zur_KAO]. Ergibt sich für eine/n Beschäftigte/n nach dem neuen Vergütungsgruppenplan eine höhere Eingruppierung, muss diese bis spätestens 31. Mai 2021 vom Beschäftigten selbst beantragt werden; die Änderung wird dann rückwirkend zum 1. März 2020 wirksam. Dieser neue Vergütungsgruppenplan 10 ist sehr erfreulich und wurde von der Arbeitsrechtlichen Kommission, dem gesetzgebenden Gremium aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern unserer Landeskirche, in großer Einigkeit und mit Überzeugung vorgenommen. Die Eingruppierungen wurden der Ausbildungszeit und der Qualifikation im Verhältnis zu anderen kirchlichen Berufsgruppen angepasst. Die große Verantwortung für die Singenden und Musizierenden, die regelmäßig viel Zeit in den Dienst der Verkündigung stellen und qualifiziert angeleitet werden müssen, sowie der Anspruch an musikalische Qualität im Gottesdienst waren ebenso Faktoren für die jetzigen Eingruppierungen wie die Einsicht, dass die Vergütungen der umliegenden Landeskirchen schon vor Jahren angehoben worden waren, und es auch aufgrund der „weltlichen“ Konkurrenz zunehmend schwieriger wird, qualifiziertes Personal zu bekommen, wenn die Vergütung nicht vergleichbar ist. Ich hoffe, dass auch mit diesem – oder wegen dieses neuen Vergütungsgruppenplans mit noch größerer Freude das Lob Gottes gespielt und gesungen wird.

Peter Ammer in Württembergische Blätter für Kirchenmusik, Ausgabe 2/2020