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29.04.2020 13:51 Alter: 34 days

Hinweise in Corona-Zeiten (Aktualisierungen kursiv; Stand: 28. Mai 2020)


Wir leben in - auch für die kirchenmusikalische Arbeit - sehr außergewöhnlichen Zeiten. Viele Bereiche unserer Arbeit geschehen mit Menschen in körperlicher Nähe. Zudem ist das Infektionsrisiko beim Sprechen und Singen hoch. Deshalb müssen entscheidende Arbeitsbereiche in ihrer seitherigen Form gerade pausieren und wir alle geduldig abwarten, bis die Zahl der Neuinfizierten so gering ist, dass nähere Begegnungen wieder möglich und erlaubt sind.

Da uns als Verband immer mehr Anfragen zu unterschiedlichen Themen erreichen, versuchen wir hier einige Informationen zu bündeln und bieten Links zu aktuellen Verordnungen an.

Das Amt für Kirchenmusik wird auf seiner Seite zu speziellen und konkreten Fragen einen Antwortenkatalog veröffentlichen. Sobald er veröffentlicht ist, finden Sie ihn unter www.kirchenmusik.elk-wue.de

 

1. Grundsätzliches

Alle unsere Arbeit darf nur nach den jeweils geltenden Verordnungen des Landes Baden-Württemberg, ggf. der lokalen Ortsbehörde (die im Einzelfall z. B. aufgrund besonders hoher lokaler Infektionszahlen die Maßnahmen vor Ort verschärfen kann), der Ev. Landeskirche in Württemberg und den Beschlüssen des örtlichen Kirchengemeinderates bzw. den Anordnungen des Dienstvorgesetzten erfolgen.

Für einige Bereiche sind mittlerweile auch die Dekane ermächtigt, Genehmigungen für Belange innerhalb ihres Dekanats zu erteilen.

Auch wenn auf Bundes- bzw. auf EKD-Ebene Rahmenvereinbarungen erstellt sind, liegt die jeweilige Entscheidung über die konkreten Verordnungen auf Landes- bzw. auf kommunaler Ebene, kirchlicherseits bei der Landeskirche bzw. auf der Dekanats- und Kirchengemeinderatsebene.

Diese beschließen dann die örtlichen Maßgaben aufgrund der Rahmenvereinbarungen vor dem Hintergrund der Einschätzung der Infektionslage in den jeweiligen Bundesländern bzw. Landkreisen. Logischerweise werden die Verordnungen "nach unten hin" ggf. immer restriktiver, sind aber jeweils rechtlich bindend.

Alle landeskirchlichen Informationen und Vorgaben finden Sie unter: https://www.elk-wue.de/#layer=https://www.elk-wue.de/corona

 

2. Musik im Präsenz-Gottesdienst

Hier haben die ersten Vorgaben der Landeskirche (Anfang Mai) zu viel Unverständnis und Kritik geführt. Zur Erklärung muss darauf hingewiesen werden, dass grundsätzlich diese strengen Vorgaben von den Kirchenleitungen in der ersten Aprilhälfte als Entscheidungsvorlage für Bundes- und Landesregierung formuliert wurden, um überhaupt die Wiederaufnahme von Gottesdiensten ermöglicht zu bekommen. Die Infektionssituation, Ratschläge von Virologen und die allgemein gesellschaftliche Lage waren da eine andere als Anfang Mai, als die Verordnungen dann wirksam wurden und zu den Gemeinden kamen.

Kritikpunkte sind bei der Kirchenleitung angekommen; das Kollegium des Oberkirchenrats (OKR) hat in seiner Sitzung am 12. Mai über einzelne Punkte beraten und erste Änderungen beschlossen.

Aktuell gelten folgende Vorgaben: https://www.elk-wue.de/fileadmin/Downloads/Service/Rundschreiben_Fortschreibung_Wiederaufnahme_Gottesdienste.pdf

Aktuell (Stand ab 28. Mai) gelten für das Blasen der Bläser*innen bei Gottesdiensten im Freien zumindest vorübergehend wieder verschärftere Auflagen. Nähere Informationen unter: https://www.elk-wue.de/corona

Ebenso weist der Oberkirchenrat darauf hin, dass er bezüglich Gemeindegesang mit den Landesbehörden in einem engen Austausch ist, allerdings noch ohne abschließende Antwort. Deshalb muss es einstweilen bei der bisherigen Regelung (kein Gemeindegesang) bleiben. Der OKR weiß um die Wünsche, hier mehr Möglichkeiten vorzusehen, bittet aber um Verständnis und Geduld.


3. Konzerte live

Im Moment gelten für Veranstaltungen im kirchlichen Kontext folgende Regelungen:

a) Kirchen haben die Erlaubnis, Gottesdienste unter den jeweils gültigen Vorgaben und Auflagen durchzuführen. Formate mit kirchenmusikalischem Schwerpunkt müssen als gottesdienstliche Veranstaltung erkennbar sein – sowohl inhaltlich als auch bezüglich der zeitlichen Ausdehnung (35 Minuten).

b) im Moment (mind. bis 5. Juni) gilt noch ein grundsätzliches Versammlungsverbot für den öffentlichen Raum für mehr als 5 Personen. Ausgenommen davon sind natürlich schon Dinge wie Gottesdienste, Sitzungen der institutionell leitenden Gremien, genehmigte Demonstrationen etc. Am 14. Mai hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg einen Masterplan Kultur BW vorgelegt. Hierin wird von einem Beginn von Kulturveranstaltungen ab 1. Juni bis max. 100 Personen gesprochen. Dabei steht folgender Hinweis: „Die rechtlichen Voraussetzungen dafür werden rechtzeitig in der Corona-Verordnung geschaffen. Weitere Schritte zur Ermöglichung von Veranstaltungen sollen folgen.“ Diese rechtlichen Voraussetzungen stehen noch aus.

Proben mit mehr als 5 Personen sind ab sofort unter entsprechenden Auflagen (z. B. regelmäßige Coronatests der Ensemblemitglieder) ausschließlich im professionellen Theater-, Orchester- und Chorbereich erlaubt.

Hier ist der gesamte Masterplan Kultur BW zu lesen: https://mwk.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mwk/intern/dateien/pdf/20200515_Masterplan_Kultur_BW_Kunst_trotz_Abstand.pdf

• Mit dem Programm „Kultur Sommer 2020“ stellt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst über 2 Mio. Euro zur Verfügung, um das kulturelle Leben wiederzubeleben und kleine Veranstaltungen aller Sparten zu fördern. Antragsberechtigt sind allerdings ausschließlich rechtlich eigenständige Kultureinrichtungen (e.V., gGmbH, GmbH etc.), deren Gründungsdatum vor dem 01.01.2019 liegt. Dies würde im kirchlichen Kontext bedeuten, dass ggf. Konzertformate, die von einem Förderkreis Kirchenmusik, der ein eingetragener selbständiger Verein ist, veranstaltet werden, hier förderungswürdig sind. Ebenso sind Konzerte eines Oratorienchores, der zwar unter der Leitung eines/r Kolleg*in steht, aber strukturell ein e. V. ist und seine Konzerte in Eigenverantwortung veranstaltet, zu betrachten. Nähere Hinweise unter: https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/service/ausschreibungen/ 

 

4. Gottesdienste und Konzerte online

Hier gelten im Moment (derzeit bis 15. September) für gestreamte Gottesdienste und Konzerte die Regelungen, wie sie auch für die „Live-Situation“ gelten würden; d. h. die Pauschalverträge gelten in diesem Zeitraum auch für die digitale Übertragung.

Bei gestreamten Konzerten hat wie gewohnt die Meldung der aufgeführten Werke an die GEMA zu erfolgen.

Konkret im Einzelnen:

4.1. Gottesdienste auf YouTube /Social Media Plattformen
Schon 2018 wurde eine Abmachung zwischen der EKD und der GEMA getroffen, welche die Musikwiedergabe in Gottesdiensten regelt, die in YouTube eingestellt werden. Gottesdienste, die mit GEMA-Repertoire von Deutschland aus in YouTube eingfestellt werden, sind damit hinsichtlich der Rechte der Musikwiedergabe abgegolten - auch wenn Dritte sie einstellen.
Das Hochladen von urheberrechtlich geschützten Musikwerken auf diesen Plattformen sowie das Streaming oder der Download dieser Werke ist über die bestehenden Verträge mit den entsprechenden Betreibern damit abgegolten, d.h. ohne weitere Kosten für die Kirchengemeinden. Grundsätzlich empfiehlt sich ein YouTube-Kanal (der Kirchengemeinde), da hier die Inhalte auch wieder vollständig gelöscht werden können.

4.2. Gottesdienst über eigene Hompage/Websites
Darüber hinaus hat die GEMA entschieden, für die Zeit, in der die Gottesdienste nicht vor Ort durchgeführt werden können, die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Musikwerken im Rahmen des Streamings oder des Downloadens auch über die kirchengemeinde-eigenen Websites durch die bestehenden Pauschalverträge als abgegolten zu betrachten. Die Art der Musikwiedergabe - ob live vom Organisten, einer Band oder z.B. durch einen Tonträger - ist hierbei unerheblich. Dies gilt allerdings nur für die Dauer der Pandemie, anschließend müssen entsprechende Angebote wieder entfernt werden! Und: das Beschriebene gilt nicht für private Homepages, also z.B. von kirchlichen Mitarbeitenden (haupt-, neben- oder ehrenamtlich), oder Homepages von kirchlich nicht anerkannten/zugeordneten Vereinen oder Ensembles!

4.3. Einstellen bzw. Einblenden von Noten und Liedtexten im Internet – VG Musikedition
Mit der VG Musikedition wurde vereinbart, dass für den Zeitraum von sechs Monaten (also bis ca. Mitte September) der Pauschalvertrag erweitert wurde in Bezug auf Gottesdienste und andere kirchliche Veranstaltungen gottesdienstlicher Art sowie sonstige gemeindliche, nicht-kommerzielle Veranstaltungen. Das heißt, dass Noten und Liedtexte für alle kirchlichen Veranstaltungen in diesem Zeitraum Gemeindegliedern online im Rahmen oben beschriebener Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden können; d.h. konkret: eingeblendet, keinesfalls als Dokument oder separate pdf-Datei!

Wenn in den gestreamten Veranstaltungen geschützte Liedtexte, bei der die Rechte bei der VG Musikedition liegen, eingeblendet werden, so müssen diese nach 72 Stunden gelöscht werden. Gemeinfreie Texte können länger zugänglich gemacht werden.

Dies betrifft jedoch nur die Rechte, die von der VG Musikedition wahrgenommen werden. Bei Einzelverträgen mit anderen Rechteinhabern wie z.B. CCLI, muss jeweils eine separate Lösung vereinbart werden. Gleiches gilt für Urheber, deren Werke weder von der VG noch CCLI verrechtet werden.

Die detaillierten Verordnungen finden Sie hier: https://www.elk-wue.de/fileadmin/Downloads/Service/Rechtliche_Hinweise_zum_Streaming_von_Gottesdiensten.pdf

 

5. Chorarbeit analog

Alle beschäftigt die Frage: wann wieder eine gemeinsame Chorprobe und unter welchen Bedingungen möglich sein wird. Diese Frage kann im Moment niemand beantworten.

• Im Mitte Mai veröffentlichten Masterplan Kultur BW https://mwk.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mwk/intern/dateien/pdf/20200515_Masterplan_Kultur_BW_Kunst_trotz_Abstand.pdf

 steht Folgendes geschrieben:

„Einzelunterricht ist im Bereich der Amateurmusik analog zu den Regelungen möglich, die für öffentliche Musikschulen gelten. Proberegelungen für mehr als 5 Personen werden hier gemeinsam mit den Verbänden und Vereinen in einem nächsten Schritt entwickelt, sobald die Corona-Verordnung dies zulässt.“

An den Musikschulen in Baden-Württemberg ist ab sofort wieder Einzelunterricht im Fach Gesang und mit Blasinstrumenten und im Kleinensemble bis max. 5 Personen auch Gruppenunterricht mit Blasinstrumenten möglich. Es gelten jeweils spezifische Abstandsregelungen und Vorschriften bez. Raumgrößen, etc.
Im Bereich Singen ist also noch kein Ensemblesingen erlaubt und somit auch ein entsprechendes Proben im kantoralen Bereich untersagt.

Eine vorbereitende vokale Verständigungsprobe für „die Sängerinnen und Sänger in kleiner Zahl“, die laut der Fortschreibung Wiederaufnahme Gottesdienste vom 14. Mai in den Gottesdiensten mitwirken können, ist als zur gottesdienstlichen Vorbereitung notwendig zu erachten, darf aber nicht zu einer grundsätzlichen Aufnahme des Probenbetriebs mutieren.

Wenn eine Versammlung mit nicht mehr als 5 Personen, die im Moment rechtlich möglich ist, im Gemeindehaus der Kirchengemeinde stattfinden soll, muss zudem noch durch den KGR oder zumindest durch den/die geschäftsführende/n Pfarrer*in die grundsätzliche (Wiederer-)öffnung des Gemeindehauses beschlossen sein.

• Der BMCO (Bundesmusikverband Chor&Orchester), der als Dachverband von 21 bundesdeutschen Chor- und Orchesterverbänden im kirchlichen und weltlichen Bereich die Interessen der Amateurmusik gegenüber Politik und Gesellschaft vertritt, hat sich u. a. auch zusammen mit dem Deutschen Musikrat an die Politik gewandt und fordert eine wissenschaftliche Untersuchung (Studie) und belastbare Expertise zum Thema: Singen und Musizieren (v. a. Bläserbereich), Infektionsrisiko, Schutzvorkehrungen, etc in Zeiten des Corona-Virus. Wir hoffen, dass die in absehbarer Zeit durchgeführt wird und es dann belastbare Fakten hierzu gibt.

Eine erste Versuchsreihe haben Mitarbeitende des Instituts für Technische Thermodynamik des KIT Karlsruhe auf Initiative des badischen Landesposaunenwarts Armin Schäfer durchgeführt. Auf der Website von A. Schäfer kann man darüber nachlesen unter: https://arminschaefer.weebly.com/kit.html Ebenso ist dort ein Link zu einem kleinen Experiment von Dr. Matthias Bertsch von der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien gesetzt.

• Mittlerweile sind erste Studien veröffentlicht worden: Die Bamberger Symphoniker haben in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Institut für Musikmedizin getestet, wo und wie schnell beim Musizieren Luftbewegungen entstehen. Oft sei gar keine Bewegung messbar gewesen, teilte das Orchester mit. Bei keinem der 13 beteiligten Musiker habe sich die Luft mehr als einen Meter ausgebreitet. Dies führt zur derzeitig folgender Einschätzung:

https://www.mh-freiburg.de/hochschule/covid-19-corona/risikoeinschaetzung/

Die zweite Studie hat die Universität der Bundeswehr in München durchgeführt. Hier wurde neben Blasinstrumenten auch die Luftstromausbreitung bei Sänger*innen untersucht. Das Ergebnis: nur bis zu 0,5 Meter vor dem Mund wird die Luft durch das Singen in Bewegung versetzt. Die Uni rät, beim Singen den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten, da natürlich auch Singende husten oder niesen können. Hier zu der Studie: https://www.unibw.de/home/news-rund-um-corona/musizieren-waehrend-der-pandemie-was-raet-die-wissenschaft

Ärzte der Berliner Charié haben Anfang Mai eine Stellungnahme bezüglich dem Spielbetrieb in Orchestern vorgelegt und beleuchten hier Spezifika einzelner Instrumente und geben Handlungsempfehlungen:

https://bundesmusikverband.de/wp-content/uploads/2020/05/2020-05-07-Stellungnahme-Spielbetrieb-Berliner-Orchester.pdf

Beide Studien, die für einen ersten Schritt hoffnungsvoll stimmen, die aber sicher noch nicht alle Fragen geklärt haben; z. B. welchen Einfluss spielt die Tatsache, dass Menschen bei einer Chorprobe lange in einem Raum zusammen sind, welche Auswirkungen kann eine Durchzuglüftung des Raumes haben - können ggf. Viren dadurch weit fliegen?, etc.

Der Vorsitzende der Direktorenkonferenz, LKMD Kord Michaelis hat viele Studien und ihre Ergebnisse zusammengestellt. Hier zu lesen.

• Der Chorverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland (CEK) hat mit einer Pressemitteilung, die u.a. an die EKD, den Deutschen Musikrat, Landesmusikräte, kirchenmusikalische Zeitschriften, etc. ging, Perspektiven für die Wiederaufnahme des Chorsingens gefordert. Hier die Pressemitteilung.

Eine Stellungnahme zur Coronakrise seitens des Verbandes Evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Deutschland (VEM) ist in der Ausgabe 3/2020 der Württembergischen Blätter für Kirchenmusik zu lesen, die auf 1. Juni erscheint.

 

6. Chorproben digital

Hier wird zur Zeit Manches ausprobiert. Grundsätzlich ist zu sagen: ein gemeinsames Chorsingen, bei dem sich die Sänger*innen gegenseitig hören, ist aus technischen Gründen bisher zeitgleich und akustisch nicht sinnvoll.

• Der Hymnuschorleiter Rainer Johannes Homburg wird in der nächsten Ausgabe der Württembergischen Blätter (Heft 3/2020) ausführlich über den „OnlineHymnus“ berichten. Einzelne Stimmen werden als Lernvideo hergestellt, die einzelnen Sänger senden ihren geübten Part dann ebenfalls als eigene Aufnahme zurück. Neben Einzelstimmbildung über Zoom gibt es dann die wöchentliche „Tuttiprobe“, bei der die Choristen zu dem, was der Chorleiter spielt oder singt, mitsingen – aber jeder hört nur sich live in den eigenen vier Wänden und sieht auf dem Bildschirm die „stummen Mäulchen“ der anderen.

• Eine Videosequenz zum Erlernen der bekannten Mendelssohnmotette: „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ hat der Kollege Hubert Arnold (Bonn) zusammengestellt; darin auch ganz basale technische Hinweise sehr verständlich erklärt: Zu sehen unter: https://www.youtube.com/watch?v=qlP-aIj6mfg&list=PLzitE_sTd-c1G4rksNK1B3uojMU0kzhhG&index=2&t=0s

• Ähnliche Lerntutorials als YouTube-Video hat z. B. Dieter Falk für sein neues Großchorprojekt Bethlehem eingespielt, nach dem Chorsingende dann die Stimmen – jede/r für sich im Kämmerlein lernen können. Ein Beispiel unter:  https://www.youtube.com/watch?v=cvxN5EkWpV4

• Ein Angebot aus der Schweiz, das um die Welt geht: täglich um 9 Uhr ca. eine halbe Stunde Einsingen; alles auf YouTube jederzeit abrufbar: https://www.youtube.com/results?search_query=einsingen+um+9

• Der Chorverband Berlin e. V. stellt konkrete Anleitung und Hilfen zu Chorproben mit Zoom unter: https://www.chorverband-berlin.de/fileadmin/user_upload/zoom-Leitfaden.pdf zur Verfügung. Unter: https://www.chorverband-berlin.de/fileadmin/user_upload/Homepage_Ideenliste.pdf findet man dort eine Übersicht über unterschiedliche Videochatanbieter mit jeweils stichwortartigen Kurzbeschreibungen.

• Für die Zukunft gibt es bemerkenswerte Nachrichten: Julian Klein, Direktor am Institut für künstlerische Forschung, Berlin, beschäftigt sich mit vielen weiteren Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Techniker*innen um eine Lösung des Problems, dass zeitgleiches gemeinsames digitales Singen und Musizieren (noch) nicht funktioniert. Ein Großprojekt mit vielen Partnern aus Forschung, Kunst und Lehre und hoffentlich bald (mehr) staatlichen (und privaten) Fördergeldern. Bis das in der Breite mit befriedigenden Ergebnissen und unter überschaubaren technischen Voraussetzungen einsetzbar ist, wird es noch dauern. Alle weitgefächerten und spannenden Infos dazu unter: https://digital-stage.org/

 

7. Sonstiges

• Der bekannte Musiker Bernhard König (Trimum; interkulturelles Singen) veröffentlicht laufend Gedanken, Vorschläge, Hinweise zum Singen und Musizieren in diesen Zeiten; ebenso denkt er über neue kulturelle und musikalische Formate in den kommenden Monaten in einem nachdenkenswerten Essay nach, das in der nmz veröffentlicht ist. Musik auf Abstand – diese Seite wird immer mit neuen Beiträgen ergänzt: https://trimum.de/start/musik-auf-abstand/

• Wenn jemand Verbündete in der Kulturlandschaft Baden-Württembergs sucht, der wird ggf. hier fündig: https://vereintzusammen.info. Initiiert vom Landesverband Amateurtheater findet man dort auch Hinweise zu YoutubeTutorials, Umfragen, Stellungnahmen z. B. der Chorjugend des Schwäbischen Chorverbands, etc.

8. Arbeitsrecht

Singuläre arbeitsrechtliche Fragen können hier nicht geklärt werden.

Grundsätzlich ist für festangestellte Kirchenmusiker*innen (egal ob im Haupt- oder Nebenberuf) festzuhalten, dass sie für die Zeit, in denen sie ihre Aufgaben gemäß dem Anstellungsvertrag aufgrund der Coronakrise und der damit verbundenen Verordnungen nicht erfüllen können, mit keinem Verdienstausfall rechnen müssen. (sog. Vergütung bei Annahmeverzug laut §651 des Bürgerlichen Gesetzbuchs)

Allerdings können dem/der Mitarbeiter*in im Einzelfall andere zumutbare Tätigkeiten übertragen werden. Unter den Punkten 14 und 15 des landeskirchlichen Papiers sind dazu Hinweise vermerkt:  https://www.elk-wue.de/fileadmin/Downloads/Service/FAQ_Arbeitsrechtliche_Folgen_der_Corona-Epidemie_16.04.20.pdf

Solche Arbeitsübertragungen sollten bzw. müssen mit dem/der Mitarbeiter*in besprochen werden, da die anderen Tätigkeiten sowohl fachlich, wie auch zeitlich und in Bezug auf die persönlichen Umstände des/r Mitarbeiter*in zumutbar sein müssen. Unter §4 der Kirchlichen Anstellungsordnung (KAO) sind die Voraussetzungen notiert, wann sogar eine Beschäftigung an einer anderen Dienststelle möglich ist. https://www.kirchenrecht-ekwue.de/document/17299#s70040004.

Die örtliche Mitarbeitervertretung ist hier auch ein wichtiger Ansprechpartner, die ggf. dazu gehört werden muss.

 

9. Ausfallhonorare für nebenberufliche nicht angestellte Kirchenmusiker*innen und freischaffende Musiker*innen, die in kirchengemeindlichen Konzerten und Gottesdiensten in Zeiten von Corona gesungen und musiziert hätten:

Hier haben wir als Verbandsleitung Ende April einen Brief an den Direktor und die Taskforce Corona der Landeskirche geschickt, in dem wir diese beiden Problemfelder deutlich benennen. Wir fordern darin die Schaffung von Lösungen, die es den örtlichen Gemeinden erlauben, hier Ausfallhonorare zu bezahlen. Auch wenn dies in unserer Landeskirche aufgrund der Strukturen eine komplizierte juristische Herausforderung darstellt, braucht es Menschen zugewandte pragmatische Lösungen. Wir haben um eine zeitnahe und konkrete Antwort gebeten.

Am 28. Mai 2020 fand ein gutes Gespräch mit dem Direktor des OKR statt, in dem auch Handlungsoptionen besprochen wurden. Er prüft dies nun mit den Fachreferaten. Wir dürfen eine offizielle Mitteilung erwarten. Hoffen wir, dass einige Handlungsmöglichkeiten eröffnet werden. 




Wir wünschen für die kommende Zeit Gesundheit, Geduld und Gottvertrauen.